Der funktionelle Aspekt hat Priorität
Die Funktionalität der Rohbauelemente ist ein entscheidender Faktor bei der Bestimmung der Toleranzen. Zu große Maß- und Positionsabweichungen können sich als verhängnisvoll in Bezug auf Stabilität und Nutzungstauglichkeit des Bauwerks erweisen.
Die Optik der Rohbauelemente, die sich im Allgemeinen hinter der Fertigstellung verbergen, ist oftmals sekundär. Nichtsdestotrotz muss zum Zeitpunkt der Festlegung der zulässigen Abweichungen am Rohbau die vorgesehene Fertigstellung beachtet werden und es müssen möglicherweise Anforderungen festgesetzt werden, die aus funktioneller Sicht strenger als nötig sind.Wenn gewünscht wird, dass bestimmte Rohbauelemente sichtbar bleiben, um durch sie einen bestimmten optischen Effekt zu erzielen, dann müssen diese strengeren (aber noch machbaren) Anforderungen hinsichtlich der Optik in einem Vertragsdokument spezifiziert werden. Fehlen solche Anforderungen, dann ist davon auszugehen, dass es sich um eine Standardausführung handelt, für die die typischen visuellen Eigenschaften der Rohbauelemente akzeptiert wurden.
Sowohl dem funktionellen als auch dem visuellen Aspekt sollte schließlich im Fall einer Fassade in Mauerwerk ausreichend Rechnung getragen werden. Außerdem muss die Ausführung des Mauerwerks sorgfältig genug sein, damit die Schreinerarbeiten problemlos gesetzt werden können.
1. Referenzdokumente
Abb. 1 Der funktionelle Aspekt hat Priorität.
Die Bautoleranzen stehen mit den Maßabweichungen in Verbindung, die sich aus der angewendeten Bautechnik ergeben (z.B. mit Hilfe eines Theodoliten, eines Lasers). In der Normenreihe NBN ISO 7976 geht es um die Messung dieser Toleranzen. Die Norm NBN ISO 4463 gibt die Bautoleranzen an, die sowohl für Primär- und Sekundärsysteme als auch für die Positionspunkte eines Gebäudes Anwendung finden. Nachfolgend eine Auswahl einiger wichtiger Bautoleranzen aus dieser Norm:
- Die Toleranz der Position der sekundären Punkte liegt bei ± 4 mm für eine Distanz bis 7 m und bei ± 1,5 √L für größere Distanzen (L = Distanz in m).
- Die Toleranz für die Position eines Positionspunkts liegt bei ± 2 K1 mm für eine Distanz < 4 m und bei ± K1 √L mm für größere Distanzen (K1 = eine Konstante mit dem Äquivalent 1,5 für Beton- und Stahlbau).
1.1. Fundamente und Konstruktionen aus Beton
Die Norm NBN EN 13670, die bald veröffentlicht wird, widmet sich sowohl der Realisierung von vor Ort ausgeführten Betonbauarbeiten, als auch der Ausführung mit Betonfertigteilen, für die es noch nie eine spezifische Norm gab.Für die Abweichungen bei Betonfertigteilelementen verweisen wir auf nachfolgende Referenzdokumente:
| Tabelle 1 Referenzdokumente für Mauerwerk. |
| Planungsnormen |
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| Produktnormen |
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- NBN EN 13369: Allgemeine Regeln für Betonfertigteile
- NBN B 21-600: Allgemeine Regeln für Betonfertigteile (nationale Ergänzung zu NBN EN 13369)
- NBN EN 13225: Betonfertigbauteile: Stabförmige Bauteile (PTV 200)
- NBN EN 1168: Betonfertigbauteile: Hohlplatten (PTV 201)
- NBN EN 13747: Betonfertigbauteile: Deckenplatten mit Ortbetonergänzung (PTV 202)
- NBN EN 14992: Betonfertigbauteile: Wandelemente (PTV 212)
- PTV 21-601: Architektonische und industrielle Fertigelemente aus Sichtbeton.
1.2. Mauerwerk
Tabelle 1 zeigt die belgischen und europäischen Normen, die die Anforderungen an Ausführung und Produkte für Mauerwerk regeln sowie zwei PTV-Reihen, die als Richtschnur bei der Kontrolle von Schäden oder Fehlern an Mauerwerkselementen dienen können.1.3. Holz
Es gibt nur wenige belgische Referenzdokumente, die die Ausführungstoleranzen für Rohbauelemente aus Holz (Dachstuhl, Holzskelett und tragende Holzdeckenstrukturen) spezifizieren.Für die Toleranzen bei Holzdachstühlen, wird auf nachfolgende Dokumente verwiesen:
- NBN EN 1995-1-1: Bemessung und Konstruktion von Holzstrukturen (Teil 1-1: Allgemeine Regeln und Regeln für den Hochbau).
- STS 31: Zimmerhandwerk.
Da es für Holzskelettbauten keine entsprechenden belgischen Referenzdokumente gibt, kann man sich hier an der französischen Norm NF P 21-204 (Hochbau, Hausbau und Holzskelettbau) orientieren.
Die zulässigen Deformationen für Gebäude im Allgemeinen sowie für Holztragwerke im Speziellen werden in der Norm NBN B 03-003 (Deformation von Tragwerken, Grenzwerte für Deformation) dargestellt.
Und schließlich gibt es belgische Produktnormen, die die entsprechenden Anforderungen für Holzelemente oder Elemente auf Holzbasis definieren:
- NBN EN 336: Bauholz für tragende Zwecke (Maße, zulässige Abweichungen)
- NBN EN 390: Brettschichtholz (Maße, zulässige Abweichungen)
- NBN EN 14250: Holzbauwerke (Produktanforderungen an vorgefertigte tragende Bauteile mit Nagelplattenverbindungen).
2. Toleranzen
2.1. Fundamente und Konstruktionen aus Beton
Die zukünftige europäische Norm NBN EN 13670 führt eine Unterscheidung zwischen den zwei nachfolgenden Toleranzarten ein:- die normativen Toleranzen: Tragwerkstoleranzen, die den mechanischen Widerstand und die Tragwerksstabilität garantieren müssen
- die informativen Toleranzen: Toleranzen mit allgemein geringem Einfluss auf das Tragwerk. Wir weisen darauf hin, dass die Vertragsdokumente stets erwähnen müssen, ob diese angewendet werden oder nicht.
- die Toleranzklasse 1 (normale Toleranzen): Diese Klasse wird beim Fehlen sonstiger Spezifikationen im Sonderlastenheft angewendet und beinhaltet die Berücksichtigung der Hypothesen des Eurocode 2 hinsichtlich der Bemessung (siehe Tabelle 2 und Les Dossiers du CSTC, Nr. 2004/4.4).
- die Toleranzklasse 2 (schwerwiegendere Toleranzen): Diese Klasse muss immer im Sonderlastenheft angegeben werden. Diese schwerwiegenderen Toleranzen und die Qualitätskontrolle ermöglichen gemäß Berechnung laut Eurocode 2 (siehe Anlage A des Eurocode) die Berücksichtigung der reduzierten anteiligen Sicherheitskoeffizienten.
| Tabelle 2 Normale Toleranzen anwendbar auf Betonfundamente und -konstruktionen (*). | |
| Abweichungen bei … | Zulässige Abweichung gemäß der Norm NBN EN 13670 |
| der horizontalen Distanz bis zur Referenzlinie | Fundament: ± 25 mm Säule oder Mauer: ± 25 mm |
| der vertikalen Distanz H bis zum markierten Niveau | Fundament: ± 20 mm Bodenplatte zwischen der höchsten Etage und dem markierten Niveau:
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| der Distanz zwischen überlagerten Niveaus | Anschließende Böden: ± 20 mm |
| der Niveauabweichung benachbarter Balken | ± (10 + |
| der horizontalen Distanz |
Balken: max. (± 20 mm oder ± Säulen/Mauern: max. (± 20 mm oder |
den Abmessungen des Betonabschnitts (
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Lineare Interpolation der Mittelwerte
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der Ebenheit:
|
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| der Krümmung der Elemente (h = Höhe, |
Säulen und Wände: max. (± h/300 ou ± 15 mm), max. ± 30 mm |
| Balken und Bodenplatten: max. (± |
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der Geradlinigkeit der Kanten (
|
|
| der Orthogonalität (a = Länge des Abschnitts) | Max. (± 0,04 a oder ± 10 mm), max. ± 20 mm |
| der Schrägheit (a = Höhe, b = Breite des Abschnitts) |
Max. (± a/25, ± b/25), max. ± 30 mm |
| der vertikalen Lage (h = Höhe der Wand oder der Säule, ∑hi = Gesamthöhe der betreffenden Etagen, n = Anzahl Etagen) |
Eine Etage ≤ 10 m: max. (h/400 oder 15 mm) Mehrere Etagen: min. (50 mm oder ∑hi /(200 n1/2)) |
| der vertikalen Ausrichtung (t = mittlere Breite) | Max. (t/30 oder 15 mm), max. ± 30 mm |
| der Neigung der Balken oder Platten (L = deren Länge) | ± (10 + L/500) mm |
| den Öffnungen und Aussparungen | ± 25 mm auf die Position und Maße der Aussparung ± 10 mm auf den Durchmesser der Versorgungsschächte |
| (*) Die informativen Toleranzen werden in den hellgrünen, die normativen Toleranzen in den dunkelgrünen Feldern angegeben. | |
2.1.1. Niveau und Ebenheit
| Tabelle 3 Toleranzen beim Niveau eines Industriefertigbodens. | |
| Distanz d [m] zwischen einem Bodenpunkt und dem nächstgelegenen markierten Niveau | Abweichung [mm] |
| d ≤ 1 1 < d ≤ 3 3 < d ≤ 6 6 < d ≤ 15 15 < d ≤ 30 d > 30 |
± 6 ± 8 ± 12 ± 16 ± 20 ± 25 |
Die für das Niveau des Fertigfußbodens anzuwendenden Toleranzen hängen u.a. vom Abstand ab, der zwischen dem Messpunkt und dem nächstgelegenen markierten Niveau liegt (es müssen daher ausreichend Niveaus eingeplant werden) (siehe Tabelle 3).
Die Ebenheit eines Industriefußbodens ist von einigen aufeinanderfolgenden Abläufen abhängig (Betonieren, Abziehen) und wird von einer Reihe von Faktoren beeinflusst, wie z.B.:
- die Vorbereitung des Betons
- die mögliche Kompaktheit des Betons vor dem Glätten
- das Abbinden des Betons zum Zeitpunkt des Abziehens
- das Fingerspitzengefühl des Ausführenden
- die Einheitlichkeit des Mischverhältnisses für die Abrieblage der Oberfläche
- die Ausrüstung des Ausführenden.
Abb. 2 Kontrolle der Ebenheit einer Oberfläche.
| Tabelle 4 Toleranz bei der Ebenheit eines Industriebodens auf Zementbasis. | |
| Ebenheitsklasse | Toleranz [mm] unter einem Lineal von 2 m |
| I (sehr strikt) II III IV |
3 5 7 9 |
Die Ebenheitsklassen I, II und III müssen deutlich im Lastenheft spezifiziert werden und sind nur für spezielle Fälle vorgesehen (z.B. wenn auf dem Boden Hubfahrzeuge für große Höhen fahren). Aufgrund der erhöhten Kosten für diese Bodenarten, empfiehlt es sich, nur die Bereiche anzugeben, in denen diese besonderen Anforderungen Anwendung finden.
Durch Schwankungen beim Abziehen (Intensität und Form) oder aufgrund der Schwierigkeit in die betroffenen Bereiche zu gelangen (Unterschied in der Fertigstellung, vor allem bei manuellem Abziehen), können rund um Hindernisse (Mauern, Säulen, etc.) große Abweichungen auftreten. Aus diesem Grund werden die Messpunkte für die Ebenheitskontrolle üblicherweise mit einem Abstand von mindestens 20 cm zu Hindernissen festgelegt. Innerhalb dieser Zone von 20 cm wird die Ebenheitsklasse angewendet, die direkt über der für die sonstigen Flächen vorgesehenen Klasse liegt. Handelt es sich um einen Boden der Ebenheitsklasse IV, dann entspricht die Toleranz im vorher beschriebenen Bereich 12 mm/2 m.
2.1.2. Sichtbeton
Wie bereits in der Einleitung erwähnt, ist die Optik der Rohbauelemente generell von geringerer Bedeutung, da diese üblicherweise durch die Fertigstellung verdeckt werden.Nichtsdestotrotz können bestimmte Toleranzen für die Optik von Beton, der vor Ort verarbeitet wird und sichtbar bleibt, definiert werden. In Erwartung der neuen Norm, die diesbezüglich veröffentlicht werden wird, kann man sich am Bericht CIB Nr. 24 (siehe Les Dossiers du CSTC, Nr. 2007/4.4) orientieren, das Anforderungen in Bezug auf die Tongebung und Lufteinschlüsse auf der sichtbaren Oberfläche sowie für Kiesnester und lokale Unvollkommenheiten festlegt.
Was die Optik der architektonischen und industriellen Elemente aus Sichtfertigbeton betrifft, so definieren die PTV 21-601 die Toleranzen in Bezug auf Lufteinschlüsse, Farbabstufungen, Rostflecken und Risse. Lufteinschlüsse werden anhand der CIB-Skala bewertet; die Farbtonabweichungen auf der Betonoberfläche werden anhand einer bestimmten Zahl von Abstufungsabweichungen zwischen zwei Werten auf der CIB-Grauskala ausgedrückt.
Bei Streitigkeiten nach visueller Kontrolle kann der Farbton der Oberfläche mit einem Kolorimeter gemessen werden. Mit dem so erzielten Resultat kann dann die Farbtonvariation ∆E berechnet werden, die ∆E/5,0 auf der CIB-Grauskala entspricht.
Außerdem darf bei einer Kontrolle der Sichtbetonelemente aus 3 m Abstand keinerlei Spur von Rost aus den enthaltenen, eisenhaltigen Granulaten sichtbar werden. Die trockene Oberfläche darf zudem keine Risse oder Fissuren aufweisen, deren Öffnung größer ist als:
- 0,05 mm bei glattem Beton für architektonische Elemente
- 0,1 mm für Betonoberflächen mit einem architektonischen Reliefelement und jene, glatt oder nicht, von industriellen Elementen.
| Tabelle 5 Toleranzen bei der Optik von Fertigsichtbeton. | |||
| Element aus Sichtbeton | Oberfläche | Abstufungen der Lufteinschlüssen auf der CIB-Skala | Anzahl der Abstufungen nach der CIB-Grauskala |
| Architektonisch | Glatt | 1 | 2 |
| Nicht glatt | 2 | ||
| Industriell | Glatt | 2 | 3 |
| Nicht glatt | 3 | ||
2.2. Mauerwerk
Enthält das Vertragsdokument keinerlei spezifische Anforderungen für das Mauerwerk, dann gelten die in Tabelle 6 aufgeführten Abweichungen. Diese Anforderungen sind ein Auszug aus Eurocode 6 und zielen hauptsächlich auf die garantierte Stabilität des tragenden Mauerwerks ab. Es ist eventuell möglich, striktere Anforderungen in Anbetracht der vorgesehenen Fertigstellung festzulegen.| Tabelle 7 Toleranz bei Fugen in der Fassadenverkleidung. | |
| Abweichungen bei … | Maximale Abweichung |
| der Breite der Fugen | ± 2 mm (+ Maßtoleranz auf das Mauerwerkelement) |
| der Ausrichtung der vertikalen Fugen | ± 1/4 |
| der horizontalen Lage der gesetzten Fugen | ± 1/8 |
| der Geradlinigkeit der gesetzten Fugen | ± 2 mm / 2 m (+ Maßtoleranz auf das Mauerwerkelement) |
| der Höhendifferenz zwischen zwei benachbarten Mauerwerkelementen | ± 2 mm (+ Maßtoleranz auf das Mauerwerkelement) |
| (*) 'd' ist die Länge des fraglichen Mauerwerks in cm. | |
Abb. 3 Handgeformte Ziegelsteine.
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Abb. 4 Handgeformte Ziegelsteine.
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| Tabelle 8 Toleranz bei Mauerziegeln mit hoher Dichte. | ||
| Kriterium | Kat. | HD (hohe Dichte) |
| Toleranz auf den Mittelwert | T1 | ± 0,40 √Herstellungsmaß in mm oder 3 mm (man berücksichtigt den höchsten Wert) |
| T2 | ± 0,25 √Herstellungsmaß in mm oder 2 mm (man berücksichtigt den höchsten Wert) | |
| Tm | Vom Hersteller deklarierte Abweichung in mm (kann größer oder kleiner sein als die anderen Kategorien) | |
| Streuung der Maße | R1 | 0,60 √Herstellungsmaß in mm |
| R2 | 0,30 √Herstellungsmaß in mm | |
| Rm | Vom Hersteller deklarierte Abstufung in mm (kann größer oder kleiner sein als die anderen Kategorien) | |
| Tabelle 9 Maßtoleranzen bei handgeformten Steinen. | |||
| Toleranz auf die Länge [mm] | Extremwert auf eine Länge von 220 mm | Toleranz auf die Höhe [mm] | Extremwert auf eine Höhe von 69 mm |
| ± 9 | 211 à 229 | ± 5 | 64 à 74 |
Ziegelsteine, die hohe Maßtoleranzen aufweisen, sind also weniger für Mauerwerk geeignet, für das strikte optische Kriterien gelten (z.B. wenn eine vertikale Ausrichtung der Fugen vereinbart wurde). Es ist darüber hinaus nutzlos, präzise Toleranzen für ein sichtbares Mauerwerk einzuhalten, dessen Optik 'rustikal' sein soll.
Die Hersteller von Ziegelsteinen für die Verarbeitung mit dünnlagigem Mörtel oder Klebemörtel müssen die maximalen Abweichungen für die Ebenheit und die Parallelität der Oberflächen angeben. Es ist wünschenswert, die nominale Breite der Fugen je nach der Abweichungskategorie der vorgenannten Mauerwerkelemente anpassen zu können. Es wird daher aus ästhetischen Gründen empfohlen, die Mauerwerkelemente mit hohen Maßabweichungen in 'freiem' oder 'wildem' Verbund auszuführen.
2.3. Holz
| Tabelle 10 Toleranzen gemäß der französischen Norm NF P 21-204 für Holzskelettbauten. | |
| Abweichungen bei … | Maximal zulässige Abweichung |
| der vertikalen Lage je Etage der vertikalen Lage auf die Gesamthöhe des Bauwerks |
± 5 mm ± 35 mm |
| benachbarten Elementen | ± 3 mm ± 1 mm (*) |
| der Ebenheit | ± 5 mm / 2 m |
| den Maßen der Fassade | ± 10 mm / 10 m |
| der Winkelhaltigkeit der Fassade | ± 10 mm / 10 m |
| (*) Diese Toleranz von ± 1 mm wird im Fall einer anhaftenden Verkleidung angewendet. | |
Bei fehlenden Hinweisen auf die zulässige Deformation im Sonderlastenheft, begrenzt die Norm NBN B 03-003 die verzögerte Deformation eines an mindestens zwei Seiten gestützten Holzbodens auf:
- maximal 1/350 der Spannweite für Dächer, deren Innenseite verputzt ist
- maximal 1/250 der Spannweite für Dächer, die nicht mit einer Innenverkleidung ausgestattet werden.
Aufgrund fehlender belgischer Referenzdokumente für die anwendbaren Toleranzen bei Holzskelettbauten, greifen wir in Tabelle 10 die Anforderungen auf, die in der französischen Norm NF P 21-204 beschrieben sind.


