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TC Couverture

Elegant, aber vor allem dicht

Bei der Kontrolle von Toleranzen bei einem schrägen Dach wird häufig die Ebenheit der Dachdeckung in Frage gestellt. Aufgrund der Tatsache, dass die Referenzdokumente keinerlei konkrete Anforderungen in Bezug auf die Optik der kompletten Dachdeckung spezifizieren, bleibt die Kontrolle subjektiv und hängt von der Gleichmäßigkeit der Dachschräge ab. Demzufolge werden Mängel bei der Ebenheit bei geringerer Neigung wesentlich deutlicher sichtbar.

1. Toleranzen

Wenn die verschiedenen Produktnormen die Toleranzen im Hinblick auf die Optik der Dachdeckungselemente (z.B. Pfannen und Schiefer) definieren, so präzisiert doch keine von ihnen die Art und Weise, wie die Realisierung einer Dachdeckung in situ kontrolliert wird. Die Praxis zeigt aber, dass die Optik maßgeblich von den Abweichungen am Träger (Dachstuhl), von den Toleranzen auf die Pfannen oder Schiefer und von der Qualität der Ausführung bestimmt wird.


Abb. 1 Schematische Darstellung der zulässigen Niveauabweichungen.
Bei der Realisierung des Dachstuhls empfiehlt es sich daher, von Beginn an auf die geltenden Toleranzen zu achten. Die zulässigen Niveauabweichungen zwischen den Befestigungspunkten der Pfannen, Sparren oder Dachbinder können mit nachfolgender Formel berechnet werden:


G = ± (10 + A/2000)

wobei: Strengere Anforderungen werden nötig, wenn man die Optik der Dachdeckung aus Falzpfannen, Flachpfannen oder Flachschiefer garantieren möchte, nämlich: G = ± (5 + A/4000). Beispielsweise kann man rechnen, dass für Elemente einer flachen Dachdeckung die zulässige Abweichung zwischen zwei Sparren mit einem Abstand von 400 mm bei 5,1 mm liegt.

In Bezug auf die zulässige Biegung der Holzelemente, vermerkt die Norm NBN B 03-003, dass die maximale Deformation 1/350 der Spannweite für Dächer, deren Innenseite verputzt ist, entspricht und 1/250 für Dächer, die nicht mit einer Innenverkleidung ausgestattet werden. Die Optik kann garantiert werden, wenn die zulässige Deformation 1/300 der Spannweite nicht überschreitet. Der Dachdecker kann sich diesen letzten Wert für die Kontrolle eines mit Pfannen bestückten Dachstuhls zunutze machen und kann ab dem Zeitpunkt der Überschreitung dieses Wertes die notwendigen Maßnahmen ergreifen.

Die Toleranzen auf die Pfannen und Schiefer sind, wie bereits erwähnt, der entsprechenden Produktnorm zu entnehmen. Die Norm NBN EN 1304 legt die maximale Ebenheitsabweichung bei 2 % für Pfannen mit einer Länge von oder unter 300 m und bei 1,5 % für längere Pfannen fest. Die Norm NBN EN 1024 präzisiert ihrerseits die anzuwendende Messmethode für die Kontrolle der Toleranzen.

Abb. 2 Korrekt verlegte Pfannen.
Abb. 3 Kontrolle der Biegung einer Dachdeckung.

Die zukünftige TI zum Thema Dachdeckung mit Pfannen beschäftigt sich u.a. mit einer Toleranz für die Ausrichtung von Pfannen. Die Abweichung im Vergleich zur theoretischen Linie darf nicht über 1/8 liegen (l entspricht der Länge der fraglichen Linie in cm). Die maximale Abweichung im Vergleich zur theoretischen vertikalen Linie beträgt zum Beispiel 11 mm, wenn der Abstand zwischen der Firstlinie und der Trauflinie 6 m ist.

2. Empfehlungen für das Sonderlastenheft

Referenzdokumente

  • TI 195, TI 219 und die nächste TI zu Pfannendachdeckungen
  • NBN EN 490, NBN EN 491, NBN EN 492, NBN EN 1024 und NBN EN 1304, NBN B 44-001
  • STS 34
Bei der Renovierung einer Pfannendach­deckung ist es empfehlenswert, in den Vertragsdokumenten festzulegen, in welchem Maße die Ebenheits- oder Niveauabweichungen des alten Dachstuhls reduziert werden müssen, bevor man mit der Verlegung der Pfannen beginnt.