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Balance zwischen Unter­grund und Fertigstellung
TC Plafonnage et jointoyage

Für eine saubere Fertigstellung von Innenputz und Gipsplattenwänden sind die Ausführungstoleranzen sowie der Fertigstellungsgrad von wesentlicher Bedeutung. Hinsichtlich der Putz- und Verfugarbeiten im Außenbereich muss zudem auf maßgebliche Farbtonvariationen geachtet werden, da diese die Optik des gewünschten Fassadenergebnisses beeinträchtigen können.

1. Innenputz

Die Maßtoleranzen und die optischen Abweichungen bei Innenputz variieren je nach Art der geplanten Fertigstellung und der Ausleuchtung der Oberfläche. Putz, der gestrichen werden soll, ist generell häufiger anfällig für Diskussionen.

In Bezug auf Putz, der gestrichen werden soll, hängt das Endergebnis stark von den vorbereitenden Arbeiten des Malers und den Anforderungen des Sonderlastenheftes ab und zwar im Hinblick auf die Fertigstellung des Putzes und auf den Ausführungsgrad der Malerarbeiten. Da sowohl der normale als auch der spezielle Fertigstellungsgrad eine bestimmte Zahl von Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche zugesteht, muss der Maler generell umfassende Vorbereitungsarbeiten ausführen, um den Zustand der fertigen Oberfläche zu erreichen, der in der TI 159 definiert ist.

1.1. Optische Kriterien

Vor Beginn der Arbeiten muss der Auftraggeber überprüfen, ob die zulässigen Ausführungstoleranzen für den Putzuntergrund eingehalten wurden. Die Kontrolle der Optik muss immer vor Durchführung der eventuellen Fertigstellung und bei natürlichem Licht, mit bloßem Auge und aus einem Abstand von 2 m erfolgen.

Die TI 199 unterscheidet zwei Fertigstellungsgrade für glatten Innenputz, nämlich den normalen und den speziellen Fertigstellungsgrad.

Der normale Fertigstellungsgrad lässt vier Unregelmäßigkeiten pro 4 m² Oberfläche zu (lokale, unregelmäßig polierte Bereiche mit max. 0,5 dm², Verputzstreifen, Sandkörner), während der zweite Grad nur zwei Unregelmäßigkeiten zulässt. In beiden Fällen sind 2 Welligkeiten auf einer Länge von 2 m zulässig.

1.2. Maßtoleranzen

Sieht das Sonderlastenheft eine Kontrolle der Putzstärke vor, dann muss die gemittelte tatsächliche Putzstärke mindestens der beschriebenen Stärke entsprechen und dabei mindestens die nachfolgenden zulässigen Abweichungen berücksichtigen:
Tabelle 1 Zulässige Winkelfehler [mm].
Länge L [cm] Zulässige Abweichung [mm]
L ≤ 25 0; + 3
25 ≤ L ≤ 50 0; + 5
Tabelle 2 Zulässige Ebenheitsabweichung [mm].
Fertigstellungsgrad Kontrolle mit einem Lineal von 0,2 m Kontrolle mit einem Lineal von 2 m
Normal 2,0 mm 5,0 mm
Spezial 1,5 mm 3,0 mm


Abb. 1 Kontrolle der Winkelhaltigkeit.
Die Tabellen 1 und 2 geben einen Überblick über die zulässigen Ebenheitsabweichungen und Winkelfehler (siehe Abbildung 1).

Gemäß TI 199, darf die lotrechte Abweichung einer Oberfläche oder einer Kante maximal wie folgt betragen: Die TI 199 bestimmt außerdem:

1.3. Empfehlungen für das Sonderlastenheft

Um Diskussionen nach Abschluss der Arbeiten zu vermeiden, ist es wichtig, dass das Sonderlastenheft den gewünschten Fertigstellungsgrad erwähnt.

2. Aussenputz

Abb. 2 Beispiel ETICS.
Zur Sicherung der Dauerhaftigkeit empfiehlt es sich, bei der Ausführung von Außenputz, der auf Mauerwerk oder Isolierstoffe (ETICS) aufgebracht wird, auch ausreichend auf die bestehenden Baudetails zu achten. Es ist ebenso wichtig, sicher zu stellen, dass in Bezug auf Ebenheit, vertikale Lage und Farbton des Putzes die Ausführung den vorgesehenen Anforderungen entspricht.

2.1. Toleranzen

2.1.1. Maßtoleranzen

Die für Außenputz vorgesehenen Toleranzen hängen von den Toleranzen für den Untergrund sowie von der Art und Fertigstellung des vorgesehenen Putzes ab. Die TI 209 unterscheidet in diesem Zusammenhang die nachfolgenden Putzarten: Je nach der für die Verputzarbeiten gewünschten Ausführung gibt es drei Toleranzklassen. Definieren die Vertragsdokumente keine Klasse, dann findet generell die Klasse 2 Anwendung für die Putztypen 1 und 2. Der Putztyp 3 gehört zur Toleranzklasse 2 oder 3. Tabelle 3 präzisiert die zulässigen Abweichungen je Toleranzklasse.

Tabelle 3 Toleranzklassen für Außenputz.
Toleranz Außenputz Bedeutungsgrad (¹)
Klasse 1 Klasse 2 Klasse 3
Ebenheit
  • unter einem Lineal von 2 m
  • unter einem Lineal von 0,2 m


5
2


8
4


10
5


a
b
Lotrechte Position (vertikale Lage) 8 mm / 2,5 m 8 mm / 2,5 m 8 mm / 2,5 m b
Horizontale Lage der Linien:
  • d ≤ 3 m (²)
  • 3 < d ≤ 6 m
  • 6 < d ≤ 15 m


8
12
16


8
12
16


8
12
16


b
Geradlinigkeit der Linien 5 mm / 2 m 8 mm / 2 m 5 mm / 2 m a
Winkelfehler (Fensterwangen) 5 mm / 0,5 m 5 mm / 0,5 m 5 mm / 0,5 m b
Vorhandene sichtbare Breite an den Wangen 5 mm 5 mm 8 mm a
(¹) In Ermangelung von Vorschriften sind nur die Kriterien mit Bedeutung 'a’ zu überprüfen.
(²) d = Distanz zwischen zwei Punkten auf der Linie.

2.1.2. Farbtonvariationen

Die für den Farbton des Außenputzes zulässigen Abweichungen werden von den Werten abgeleitet, die für architektonischen Beton gelten. Der visuelle Aspekt kann objektiv durch Messung der Farben mit Hilfe eines Kolorimeters bewertet werden. Zu diesem Zweck berechnet man für jeden der beiden Bereiche die Abweichungen (∆E-Wert) zwischen den Mittelwerten von sechs Messungen, die gleichmäßig verteilt über die Oberfläche durchgeführt werden.

Gemäß den neuesten technischen Vorschriften für Sichtbetonfassaden (PTV 21-601), darf der ∆E-Wert maximal 10 Einheiten für normal ausgeführte Arbeiten erreichen. Ist aber eine speziellere Behandlung vorgesehen, dann darf der Unterschied nur bei 5 Einheiten liegen. Da diese Kriterien nicht immer die Kundenzufriedenheit garantieren, ist davon die Rede, die Anforderungen zu erhöhen und die Bewertung der Putzfarbe nach RAL-Farbsystem vorzunehmen (analog zu den Anforderungen in TI 216).

2.2. Im Sonderlastenheft zu präzisierende Hinweise

Es ist empfehlenswert, die gewünschten Toleranzen im Sonderlastenheft zu präzisieren. Für die Putztypen 1 und 3 wird Toleranzklasse 1 empfohlen.

Es wird außerdem dazu geraten, den Wert ∆E vorab zu spezifizieren, der für die mögliche Bewertung der Farbtonvariationen Anwendung findet. In diesem Zusammenhang machen zu strikte Anforderungen keinen Sinn, da Außenputz unvermeidlich von den Ausführungsbedingungen (z.B. klimatische Verhältnisse) abhängig ist.

3. Gipsplattenwände und abgehängte Decken

Gipsplattenwände und abgehängte Decken müssen einer Reihe von Leistungsanforderungen entsprechen, die in Verbindung zur Stabilität, Feuerbeständigkeit, Wärme- und Schallisolierung etc. stehen (siehe TI 232 und 233). Der Fertigstellungsgrad und die Ausführungstoleranzen bei Gipsplattenwänden und abgehängten Decken wirken sich zudem maßgeblich auf ihre endgültige Ausgestaltung aus.

3.1. Toleranzen

Vor der Ausführung von Gipsplattenwänden empfiehlt es sich zu kontrollieren, ob die Bodenoberfläche ausreichend eben ist (siehe Ebenheitstoleranzen für Böden, für Estrich und Bodenbeläge aus Keramikfliesen). Der Bodenbereich darf keine Biegung aufweisen, die über der in der Norm NBN B 03-003 beschriebenen liegt.

Tabelle 4 zeigt die Ausführungstoleranzen für Gipsplattenwände und abgehängte Decken, die gelten, wenn keine diesbezüglichen Hinweise in den Vertragsdokumenten enthalten sind.

Tabelle 4 Zulässige Abweichungen bei der Ausführung von Gipsplattenwänden und abgehängten Decken.
Abweichungen bei … Normal­klasse Spezial­klasse prEN 15303-1
Niveau 1 Niveau 2
der Ebenheit
  • unter einem Lineal von 2 m
  • unter einem Lineal von 0,2 m


4,0 mm
1,5 mm


2,0 mm
1,0 mm


5 mm
2 mm


8 mm
3 mm
der vertikalen Lage (1) (Stockhöhe ± 2,50 m) ± 6 mm ± 4 mm ± 5 mm (hauteur 2,50 m)
der horizontalen Lage 2 mm / m (max. 20 mm) 2 mm / m (max. 20 mm)
der Winkelabweichung (2)
  • L ≤ 25
  • 25 < L ≤ 50


0 ; + 3 mm
0 ; + 5 mm


(¹) Für größere Höhen ist eine zusätzliche Toleranz von ± 2 mm/m (max. 20 mm) erlaubt.
(²) L = Länge in cm.

Neben den Ausführungstoleranzen gibt es in Belgien drei Fertigstellungsgrade (F1, F2 und F3) für die Verkleidung von Gipsplatten (siehe Tabelle 5). Der Fertigstellungsgrad F2 hat zwei Unterbereiche, nämlich F2a und F2b. Der Grad F2a wird angewendet, wenn in den Vertragsdokumenten keine Spezifikationen vermerkt sind.

Tabelle 5 Empfohlener Fertigstellungsgrad für Gipsarbeiten je nach der Art der Verkleidung.

Art der geplanten Verkleidung Fertigstellungsgrad der
Gipsplatten
F1 F2 F3
Fliesen oder Paneele x - -
Wandverkleidung mit rauer oder halbrauer Struktur - x -
Wandverkleidung mit feiner Struktur - x -
Glatte oder strukturierte glänzende Wandverkleidung (Tapete mit Metall- oder Vinyl-Anstrich) - - x
Strukturputz oder Stuck - x -

Wenn abgehängte Decken oder Gipsplattenwände gestrichen werden sollen, dann muss der Fertigstellungsgrad an die Art des Anstrichs sowie an die für die Malerarbeiten notwendigen Vorbereitungsarbeiten (siehe Tabelle 6) angepasst werden. Ist aufgrund der Position der Wand oder der Decke schräg einfallendes Licht gegeben, dann sollte man sich vorzugsweise für Fertigstellungsgrad 3 entscheiden.

Tabelle 6 Empfohlener Fertigstellungsgrad für Gipsarbeiten je nach der Art des Anstrichs.
Art des Anstrichs Fertigstellungsgrad der Platten Vorbereitungsniveau gemäß TI 159
F1 F2 F3 Degré I Degré II Degré III
Matter und/oder strukturierter Anstrich - x - x - -
- x - - x -
Satinierter Anstrich - x - - - x
- - x - x -
- - x - - x
Glänzender Anstrich (*) - - x - - x
Normales Anforderungsniveau, anzuwenden bei fehlenden besonderen Vorgaben im Lastenheft.
Spezielles Anforderungsniveau, im Lastenheft zu beschreiben.
(*) Bei glänzendem Anstrich ist die Beachtung des höchsten Anforderungsniveaus erforderlich.

3.2. Empfehlungen für das Sonderlastenheft

Idealerweise ist im Sonderlastenheft die Toleranzklasse (normal oder spezial) genannt, die bei der Ausführung der Gipsplattenwände und der abgehängten Decken erzielt werden müss. Um jegliche spätere Diskussion zu vermeiden, empfiehlt es sich das gewünschte Fertigstellungsniveau auf die Art der Endausführung (z.B. Fliesen oder Anstrich) auszurichten. Wenn die abschließende Schicht auf Mauern und Decken ein Anstrich sein soll, dann ist es empfehlenswert, den Grad der Fertigstellung im Hinblick auf die Farbart zu bestimmen.

4. Verfugarbeiten

Die Optik eines Mauerwerks hängt nicht nur von der Qualität des eigentlichen Mauerwerks, sondern auch von der der Fugen ab. Es versteht sich von selbst, dass die Maßtoleranzen der Verfugarbeiten großenteils von den Ausführungstoleranzen und Maßtoleranzen des Mauerwerks abhängen (siehe 'Kombination der verschiedenen Toleranzen' und 'Der funktionelle Aspekt hat Priorität').

Auch die Farbe der Fugen kann eine wichtige Rolle spielen. Um Farbtonvariationen auszuweichen, vermeidet man das 'aufwärts' verfugen und verwendet man für die Neuverfugung vorzugsweise einen Fertigmörtel.

4.1. Toleranzen

Abb. 3 Farbtonvariationen an den Fugen.
Bei der Abnahme der Verfugarbeiten wird nicht nur die diesbezüglich anwendbare Maßtoleranz berücksichtigt (siehe Artikel zum Thema Rohbau), sondern auch die möglichen Farbtonvariationen (siehe Abbildung 3).

Die Farbtonvariationen bei Mörtelfugen können mit Hilfe eines Kolorimeters objektiv beurteilt werden. Hierzu berechnet man für jeden der beiden Bereiche die Abweichungen zwischen den Mittelwerten von sechs Messungen, die gleichmäßig verteilt über die Oberfläche durchgeführt werden. Wenn durch die Farbtonvariationen Ränder entstehen, dann wird ein Gesamt-∆E-Wert von 5 Einheiten empfohlen; ohne Ränder sind 10 Einheiten zulässig.

Bei der Abnahme von Verfugarbeiten kann es vorkommen, dass die Stabilität der Fugen ebenfalls beanstandet wird, wenn der Mörtel nicht hart genug ist. Im Zweifelsfall kann die Härte getestet werden, indem man mit einem Metallgegenstand die Fugen ankratzt.

Objektiver kann die Fugenhärte mit einem Sklerometer gemessen werden. Die Mess­ergebnisse einer solchen Überprüfung müssen dennoch stets mit einer gewissen Vorsicht interpretiert werden. Tatsächlich zeigt ein Mörtel, der Zement als einziges Bindemittel hat, eine größere Druckfestigkeit (und daher auch eine größere Härte) als ein Mischmörtel auf, ohne dass er deswegen beständiger ist.

Tabelle 7 zeigt die in den Niederlanden geltenden Mindestkriterien für die Verwendung eines 'TNO'-Sklerometers.

Tabelle 7 Mindestkriterien für die Verwendung eines 'TNO'-Sklerometers.
Belastungsklasse (*) Min. Härte
A (Innenklima) 25
B und C (normale oder starke Belastung in Außenklima) 35
(*) Diese Belastungsklassen werden in § 2.1.1 der TI 208 erläutert.

4.2. Im Sonderlastenheft zu präzisierende Hinweise

Neben den Richtlinien zur Zusammensetzung des Fugenmörtels, sollte das Sonderlastenheft Empfehlungen für die zulässigen Farbtonabweichungen beinhalten.


Referenzdokumente