Von seltenen Toleranzen
Sanitärinstallateure werden beim Setzen der Anlagen (z.B. Rohrleitungen und Objekte) generell mit den Abweichungen konfrontiert, die aus den vorhergehenden Arbeiten resultieren. Wir haben nur eine geringe Zahl an geltenden Toleranzen entdeckt, die sich auf die Sanitärinstallationen selbst beziehen. Hier nun einige allgemeine Vorgaben für Installationsarbeiten, für die in keinem der Referenzdokumente eine maximale Abweichung gefunden werden konnte.
Toleranzen
Das Verlegen von Leitungen und Rohren erfolgt gemäß der Angaben, die im Plan und/oder im Sonderlastenheft angegeben sind. Diese Elemente müssen generell immer einem geradlinigen horizontalen oder vertikalen Verlauf folgen.Um die korrekte Montage der Leitungen sicherzustellen und um die Handhabung des Zubehörs (z.B. Verriegelungshähne und Kontrollteile) zu vereinfachen, empfiehlt es sich, ausreichend Abstand zwischen der Außenwand der Leitung (d.h. die Außenwand des Rohrs bei nicht isolierten Leitungen und die Außenwand des Isoliermaterials bei isolierten Leitungen) und dem Untergrund, auf dem diese befestigt wird, zu lassen. Dieser Abstand hängt nicht nur von der Montagemethode ab, sondern auch vom Aufbau der Leitungen (z.B. Art der Schellen). Bei Versorgungsleitungen mit Hüllrohr muss der Abstand zum Untergrund bei mindestens 50 mm festgelegt werden. Für an der Decke hängende Leitungen (oder jedes andere hängende Element) muss der Abstand grundsätzlich 20 mm betragen; die freie Höhe unter dem Rohr muss bei mindestens 2000 mm liegen. In Gängen oder anderen Bereichen mit viel Durchgang erhöht sich die freie Höhe auf 2250 mm. In die Wand eingelassene Leitungen liegen vorzugsweise mindestens 10 mm unter dem Putz. Im Fall von Leitungskreuzungen muss man darüber hinaus beachten, dass der Abstand zwischen der Außenwand der beiden Leitungen mindestens 10 mm beträgt. Zwischen zwei parallel verlaufenden Leitungen sieht man einen Abstand von circa 60 bis 100 mm vor.
| Tabelle 1 Empfohlener Abstand der Schellen für horizontal verlaufende Metallleitungen. | |||
| Stahlrohre | Kupfer- und Edelstahlrohre | ||
| Nominaler Durchmesser (ND) |
Abstand der Schellen [m] |
Externer Durchmesser (De) |
Abstand der Schellen [m] |
| 20 | 1,25 | 22 | 1,80 |
| 25 | 1,50 | 28 | 1,80 |
| 50 | 2,00 | 35 | 2,40 |
Beim Verbau von Leitungen muss darauf geachtet werden, dass die Ausdehnung nicht beeinträchtigt wird und dass es nicht zu unzulässigen Biegungen kommt. Tabelle 1 zeigt den Abstand der Schellen für Metallleitungen. Für synthetische oder Mehrschichtrohre wird dieser Abstand in der technischen Dokumentation des Herstellers und/oder in der TI 207 angegeben.
Bei der Festlegung der Setzhöhe der Objekte ist es ratsam, die Körpergröße der Nutzer zu berücksichtigen. Die nachfolgende Formel kann demnach laut deutscher technischer Dokumentation dazu dienen, die Höhe HL eines Waschbeckens zu bestimmen: HL = 0,482 H + S [m]
wobei:
H = die Größe der Person
S = die Dicke der Schuhsohle (z.B. 0,025 m für Männer, 0,040 m für Frauen).
Mit dieser Formel lässt sich beispielsweise berechnen, dass die Höhe HL eines Waschbeckens für eine Person mit einer Körpergrösse von 1,72 m 0,854 m beträgt. Die maximale Höhe der unteren Spiegelkante, der über dem Waschbecken hängt, kann auf gleiche Weise mit Hilfe der Formel HSO = H – 300 + S [m] berechnet werden. Dank dieser Formel kann zum Beispiel die Höhe der Spiegel und Waschbecken in Kindergärten bestimmt werden. Enthält das Sonderlastenheft keine Vorgaben hinsichtlich der Setzhöhe für Sanitärobjekte für Erwachsene, dann kann man auf die in Tabelle 2 wiedergegebenen Standardwerte zurückgreifen (gültig für eine Person mit einer Körpergröße von circa 1,70 m).
Die STS 61 geben eine Toleranz von ± 50 mm im Vergleich zur Setzhöhe der Sanitärobjekte vor (exklusive Waschbecken, wofür die Abweichung nur ± 20 mm betragen darf). Eine Toleranz von ± 50 mm erscheint uns relativ großzügig; wir empfehlen daher, diesen Wert auf ± 20 mm für alle Objekte zu beschränken.
Die Sanitärobjekte müssen waagerecht gesetzt und solide an Boden und/oder Wand befestigt werden.
Die Position von Wasserhähnen muss unter Berücksichtigung folgender Maße festgelegt werden:
- Zwischen dem Wasserhahn und dem Rand des Sanitärobjekts muss immer ein Spielraum von 20 mm eingehalten werden
- Wandwasserhähne an Standardbadewannen werden entweder an der kurzen Seite, oder an der langen Seite und 1/3 vom Abfluss entfernt montiert. In Duschen wird der Wasserhahn auf die Wand und/oder gegenüber dem Zugang sowie in einer Höhe von ± 1000 mm über Bodenniveau der Dusche gesetzt. Der obere Teil der Duschstange liegt entsprechend bei ± 1950 mm
- Wasserhähne über Ausgüssen müssen so installiert werden, dass ein handelsüblicher Eimer darunter passt.
Empfehlungen für das Sonderlastenheft
Der Verlauf der Leitungen und Rohre muss im Plan und/oder Sonderlastenheft vermerkt sein. Werden spezielle Bedingungen im Hinblick auf die Setzhöhe der Objekte hinterlegt (z.B. für Behinderte), dann ist es natürlich gestattet, von den Standardhöhen in Tabelle 2 abzuweichen. Diese Bedingungen sollten im Vorfeld niedergeschrieben werden.Referenzdokumente
- TI 207
- STS 61, STS 62, STS 63
- Kleintje water: handleiding voor de installateur en monteur bij het installeren van sanitaire voorzieningen in bestaande woningen, Stichting ISSO, NLD, 2003
- Sanitärtechnik Band 1, Krammer Verlag, Düsseldorf AG 2005
- DIN 1988-2
- Leistungsverzeichnis Typ VMSW


